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Alpine Naturgefahren im Klimawandel -

Deutungsmuster und Handlungspraktiken vom 18. -21. Jahrhundert

Frage und Zielstellung

Der Klimawandel weitet den Erfahrungsraum fr die Abhngigkeiten zwischen Gesellschaft und Natur an unterschiedlichsten Orten und zu verschiedenen Zeiten aus. Die Kausallinien sind nicht mehr klar und eindeutig, sondern unscharf und mehrschichtig, was sowohl den Bereich der Alltagspraxis als auch den der Wissenschaften betrifft. Die Natur, die in vielen Konzepten als Konstante gedacht wird, muss, bedingt durch die Evidenz des Klimawandels, als gesellschaftlich beeinflusste Gre rekonzeptualisiert werden. In der Rezeption der IPCC-Berichte, aber auch in der Praxis des Alpinen Naturgefahrenmanagements wird Natur jedoch als von der Gesellschaft analytisch klar getrennter Seinsbereich gedacht: als „amoralische“ und „apolitische“, vorwiegend technisch-instrumentell zu gestaltende Ressource. Dieses Naturverstndnis prgte auch das Denken und Handeln der Akteure im Gefahrenmanagement in den Alpen in den vergangenen drei Jahrhunderten. Unter zivilgesellschaftlichen Akteuren und nichtprofessionellen sowie professionellen Gefahrenmanagern wchst jedoch die Kritik an diesem Paradigma. Sie stellen infrage, ob die tradierten Deutungsmuster und Handlungspraktiken den Herausforderungen durch den Klimawandel angemessen sind und suchen nach Alternativen.
Das Projekt „Alpine Naturgefahren im Klimawandel“ deckt mit Hilfe einer interdisziplinren Problemanalyse Grenzen und Entwicklungslinien auf, die durch gesellschaftlich und politisch verankerte Vorstellungen von Mensch-Naturverhltnissen gesetzt werden und die Anpassung des Gefahrenmanagements an den Klimawandel strukturieren. Systematische Anstze aus Soziologie, Ethnologie, Politik- und Umweltwissenschaften sowie historisch-philosophische Anstze sollen dabei verbunden werden, um eine konzertierte Untersuchung der wissenstheoretischen, philosophischen und kulturellen Grundlagen der Mensch-Natur-Verhltnisse, ihrer historischen Bedingtheit und ihrer zuknftigen Entwicklungspotentiale mit Blick auf den Klimawandel zu etablieren. Hierfr werden lebensweltliche und professionelle Deutungsmuster und Handlungspraktiken in ihrem Wandel seit dem 18. Jh. untersucht.

Dazu wird gefragt,

  • wie sich im Zuge des Klimawandels die Deutungen von Natur bzw. (als Konkretion) von Naturgefahren verndern und ob eine Repolitisierung und Remoralisierung des Naturverstndnisses stattfindet,
  • in welchen Bereichen ein beschleunigter Wandel der Deutungsmuster bzw. Handlungspraktiken stattfindet und in welchen Bereichen diese eher stabil sind,
  • wie stark heutige Deutungsmuster durch historische Entwicklungen, philosophische Denktraditionen und mndlich berliefertes lokales Wissen bestimmt sind,
  • welche Folgerungen aus dem Umbruch der Deutungsmuster zu Beginn der Neuzeit fr die heutige Umbruchphase und den Umgang mit dem Klimawandel gezogen werden knnen.

Methodik

Das Projekt gliedert sich in drei Forschungscluster, die die Grundgliederung der Forschungsfrage widerspiegeln:
Cluster 1 untersucht regionenbergreifend die historisch-philosophische Bedingtheit aktueller Deutungsmuster und Handlungspraktiken mittels diskursanalytischer und hermeneutischer Methoden. Es werden dabei eine ideengeschichtliche Metaperspektive mit wissenschafts-, umwelt- und politikhistorischen Mikro- und Makroperspektiven verbunden und in ihren Wirkungen auf gegenwrtige Diskurse untersucht. Cluster 2 und 3 fokussieren dagegen auf das gegenwrtige Management von Naturgefahren im Alpenraum. Cluster 2 nimmt professionell mit dem Naturgefahrenmanagement befasste Akteure in den Blick und untersucht dabei insbesondere den Einfluss des (Nicht-)Zusammenhangs von Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie von Adaptions- und bersetzungsprozessen zwischen „globaler“ und „lokaler“ Ebene auf Deutungsmuster und Handlungspraktiken dieser Akteure mit Hilfe diskurs- und inhaltsanalytischer Methoden, strukturierten Begehungen in den Fallbeispielregionen sowie Experteninterviews und -workshops. Cluster 3 analysiert hierzu komplementre Transformationsprozesse. Es werden sowohl lokale Wissensbestnde der Bevlkerung mittels stationrer Feldforschung erhoben und computergesttzt visualisiert als auch die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure im Vermittlungsprozess zum professionellen Gefahrenmanagement unter Anwendung fokussierter Interviews und partizipativer Workshops untersucht. Cluster 3 rahmt damit die beiden anderen Cluster in einer philosophischen „Top-Down“- sowie einer ethnologischen und soziologischen „Bottom-Up“-Perspektive und entwickelt einen die Befunde aller drei Cluster integrierenden Erklrungsansatz.
Die Integration der Ergebnisse erfolgt auf der Basis der in allen drei Clustern als interdisziplinre Brckenkonzepte verwendeten Begriffe der „Deutungsmuster“ und „Handlungspraktiken“ sowie durch die Verwendung der Konstellationsanalyse.
Um Wirkungen unterschiedlicher kultureller Prgungen und politischer Systeme innerhalb des gleichen Naturraums bercksichtigen zu knnen, fokussiert die Untersuchung auf drei Fallbeispielregionen aus Deutschland, sterreich und der Schweiz.

Ergebnisverwertung

Die Ergebnisse des Projekts werden vier Dialoggruppen (Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften, Natur- und Ingenieurwissenschaften,PraktikerInnen des Naturgefahren-management und interessierte allgemeine ffentlichkeit) in differenzierter Form prsentiert. Die Prsentation erfolgt in Form aktiver Medienarbeit, disziplinspezifischer, fcherbergreifender und allgemeinverstndlicher Publikationen, Beitrgen auf (internationalen) Konferenzen. Die Ergebnisse der Workshops des Clusters 2 dienen darber hinaus als Best-Practice-Beispiele in der internen Verwaltungskommunikation.

Freie Universität Berlin - Institut für Ethnologie Technische Universität München - Lehrstuhl Wald- und Umweltpolitik Universität Göttingen - Seminar für mittlere und neuere Geschichte Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL - Wirtschafts- und Sozialwissenschaften